Zu wenig Streuung – und zu viel Heimatliebe
Tatsächlich stecken rund zwei Drittel des MSCI World in US-amerikanischen Unternehmen – allen voran Technologiegiganten wie Apple, Microsoft oder Nvidia. Schwellenländer? Fehlanzeige. Mittelständische Firmen oder alternative Märkte? Ebenfalls außen vor. So entsteht ein Klumpenrisiko, das gerade im Ruhestand zur Belastung werden kann. Denn wenn die US-Börse schwächelt oder der Dollar an Wert verliert, trifft das auch euer ETF-Depot mit voller Wucht.
Was tun?
Denn: Ein robustes Depot fürs Alter lebt nicht von einem einzelnen Index – sondern von einer durchdachten Mischung.
Zu optimistische Renditeerwartungen
Gerade in der Entnahmephase – also dann, wenn ihr auf das Geld angewiesen seid – ist das fatal. Wer zu hohe Erwartungen hat und den Lebensstandard daran ausrichtet, riskiert, dass das Geld zu schnell schmilzt. Eine realistische Planung arbeitet mit 4 bis 5 Prozent realer Rendite – nach Inflation. Wer konservativ kalkuliert, wird im Alter nicht von der Realität überrascht.
In der Praxis zeigt sich schnell: Wer 2021 in einen Wasserstoff-ETF investiert hat, verlor bis 2023 teils über 60 Prozent – während der breite Markt sich erholte. Für eine solide Altersvorsorge ist das zu volatil, zu riskant, zu spekulativ. Themen-ETFs können – wenn überhaupt – eine kleine Beimischung im Portfolio sein. Aber bitte nicht mehr als fünf bis zehn Prozent. Das Fundament deines Depots sollte stabil sein – und nicht auf dem nächsten Trend aufbauen.
Steuerfehler in der Entnahmephase
Auch thesaurierende ETFs bringen ihre Tücken mit: Die sogenannte Vorabpauschale kann zur Steuerlast führen, obwohl kein Geld geflossen ist. Wer dann im falschen Jahr verkauft – etwa kombiniert mit einer Abfindung oder anderen Einkünften – zahlt deutlich mehr, als nötig gewesen wäre.
Entnahme ohne Plan – das kann teuer werden
Doch auch diese Regel braucht Anpassung. Bei hoher Inflation , fallenden Kursen oder einem Depot mit hoher Volatilität ist ein größerer Sicherheitspuffer nötig. Ein bis zwei Jahresausgaben auf dem Tagesgeldkonto helfen dabei, schlechte Börsenjahre zu überbrücken – ohne ins Depot greifen zu müssen. Wer das vergisst, verkauft unter Umständen genau dann, wenn die Kurse am Boden sind.
Kein Rebalancing – und das Depot kippt
Ein Beispiel: Wer ursprünglich 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen im Depot hatte, kann sich nach fünf Jahren Börsenboom plötzlich bei 80 zu 20 wiederfinden – ohne es zu merken. Spätestens dann ist es Zeit gegenzusteuern. Einmal pro Jahr solltet ihr prüfen, ob eure Gewichtung noch passt – und gegebenenfalls verkaufen oder nachkaufen. Wer das nicht tut, riskiert eine Schieflage, die gerade im Alter teuer werden kann.
Fazit
FAQ – Häufige Fragen zu ETF-Fehlern im Ruhestand
Sollte ich mit 60 noch auf ETFs setzen?
Sind ausschüttende ETFs besser im Alter?
Wie erkenne ich gute Themen-ETFs?
Was tun, wenn mein ETF stark gefallen ist?
Wie berechne ich eine sichere Entnahmehöhe?
Wie oft sollte ich mein Depot überprüfen?
Hallo, ich bin Franz Paufler
Ich arbeite gern mit Zahlen – aber noch lieber mit Menschen. Für viele, die zu mir kommen, geht es nicht um die eine perfekte Geldanlage, sondern um etwas Grundsätzliches: endlich Ordnung in die eigenen Finanzen bringen. Verstehen, was sinnvoll ist. Und das gute Gefühl, einen Plan zu haben, der wirklich passt.
Dabei unterstütze ich vor allem bei Themen wie Altersvorsorge und langfristiger Finanzplanung. Kompliziert muss das nicht sein – wichtig ist, dass es zu dir und deiner Lebenssituation passt. Und genau dafür nehme ich mir Zeit: Ich höre zu, stelle die richtigen Fragen und entwickle gemeinsam mit dir eine Lösung, die du wirklich verstehst und mittragen kannst.
Mein Motto: „Finanzplanung soll nicht kompliziert sein, sondern maßgeschneidert und klar.“
Wenn du jemanden suchst, der dich ehrlich berät und dir dabei hilft, in Finanzfragen den Überblick zu behalten, freue ich mich, dich kennenzulernen.